Wirbelbruch

Wirbelbruch,
 
Sammelbezeichnung für eine Bruchverletzung (Fraktur) des Wirbelkörpers, im weiteren Sinn auch der Wirbelbögen oder -fortsätze oder des Kreuzbeins; Ursache ist meist eine direkte oder indirekte äußere Gewalteinwirkung in Form einer Stauchung (Sturz, Prellung), Überbeugung oder -streckung oder Verdrehung der Wirbelsäule (z. B. beim Schleudertrauma). Am häufigsten treten Wirbelbrüche der unteren Brust- und der Lendenwirbelsäule auf. Folgen dieser Überbelastung sind Deck- und Grundplatteneinbrüche der Wirbelkörper, Zertrümmerungsbrüche oder Abrissbrüche der Kanten und Fortsätze; auch die Bandscheiben können einbezogen sein. Durch Blutungen (Hämatome) in den entsprechenden Wirbelsäulenabschnitten kann es zu Schluck- oder Atemstörungen kommen; bei offenen Wirbelbruch (z. B. Schussverletzungen) besteht die Gefahr einer Infektion des Zentralnervensystems. Während einfache Knochenverletzungen folgenlos abheilen können, führen schwerwiegende Schädigungen der Wirbelsäulengelenke und -bänder zu einem Stabilitätsverlust der Wirbelsäule und unmittelbarer oder mittelbarer (unsachgemäße Lagerung und Transport des Verletzten) Rückenmarkverletzung mit Gefahr der Querschnittlähmung. Symptome einer Rückenmarkschädigung sind Nervenstörungen an Armen, Beinen oder Bauchorganen (Empfindungs- und Bewegungsstörungen, Funktionseinschränkung von Mastdarm und Blase). In diesen Fällen ist bei der Versorgung des Verletzten besondere Vorsicht und stabile Lagerung geboten (erste Hilfe, Übersicht).
 
Die Behandlung besteht je nach Schweregrad in der Anlegung eines Stütz- oder Streckverbandes oder eines Gips- oder Stützkorsetts (bei Halswirbelbrüchen in Form der Glisson-Schlinge) nach Einrichtung, gegebenenfalls in der fixierten Lagerung im Gipsbett; schwerere Formen erfordern eine operative Aufrichtung, Fixierung und Verblockung der Wirbel.
 
Folge von Krankheitsprozessen ist der pathologische Wirbelbruch (v. a. bei Osteoporose, Scheuermann-Krankheit, Knochentumoren).

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Wịr|bel|bruch, der (Med.): Bruch (2 a) des Wirbelkörpers.

Universal-Lexikon. 2012.

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